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H A W A I I   R E I S E B E R I C H T . . .  

...von Jana, Fotos und grafische Gestalltung von Julius Silver   ( Insel Oahu, Seite 1 )

Direkt zu den Inseln:   Oahu   Big Island   Maui   Kauai

Verschlungene Wege schrauben sich in die Hügel der Küste entlang. Ein flirrend heißer Nachmittag unter hawaiianischer Sonne. Feucht-heiße Luft umweht die Hügel von Oahu.

Im Auto ist es im Moment angenehmer, wir lassen uns von der wohltemperierten Luft, die aus der Klimaanlage strömt, berieseln und lassen uns von der Hitze, die draußen herrscht, überhaupt nicht beeindrucken. Bis wir die Kurve direkt unter Diamond Head schlängeln. Auf einmal erblicken wir einen schmalen Strandabschnitt, mit unberührtem Palmenleben im Hintergrund, der Sand weiß wie der Schnee der Himalayas, ja Sie kennen sicher schon all diesen Klischees. Dieses ist aber real, es liegt vor uns als hätte jemand einen exotischen Kalenderbild ausgeschnitten und uns direkt vor der Nase plakatiert. Abrupt halten wir an am kleinen Parkplatz da oben und schießen ein paar Bilder von diesem Traumstrand.

Kurz überlegen wir, ob wir jetzt noch weiter fahren sollen, man weiß ja nie, was einen nach der nächsten Kurve erwartet, oder ob wir uns das hier nicht entgehen lassen sollen. Die Verlockung hier zu bleiben ist doch größer. Es wäre ja eine Sünde von hier wegzufahren, ohne diesen surreal weißen Sand unter den Füßen zu spüren und ohne sich da unten im Schatten der wiegenden Palmen von der Meeresbrise berieseln lassen. Kurzerhand entschlossen packen wir ein paar Sachen in eine kleine Tasche, samt einigen Fotokameras und dem Stativ, um diese wunderbare visuelle Eindrücke mit der Rest der Bevölkerung, die noch keine Ehre hatte, auf Hawaii zu landen, zu teilen.

Als wir wieder im Hotel ankommen, ist es schon dunkel. Mein Mann fühlt sich nicht wohl, bekommt sogar leichtes Fieber. Vielleicht ist es einfach die Überanstrengung nach der langen Reise oder die schwere Fotoausrüstung, die er pausenlos mit sich schleppt. Auf jeden Fall ist er auch todmüde und legt sich nach ein paar Aspirins ins Bett. Ich möchte gerne noch Honolulu am Abend durchforsten. Es kommt daher ziemlich gelegen, dass unser Hotel fast direkt im Zentrum von Honolulu liegt (und dabei hat man auch noch Meerblick!), da es nur ein Paar Schritte zum Strand sind. Es reicht nur mit dem Aufzug runterzufahren und man befindet sich schon im Herzen der Stadt. Wie praktisch.

Honolulu am Abend ist sehr angenehm und romantisch. Überall in der Stadt brennen am Abend die Fackeln, es ist sehr beeindruckend. Alle Geschäfte haben auch noch offen und Straßen sind überfüllt mit Touristen, vorwiegen mit den Japanern. Unglaublich, als ob Hawaii eine japanische Kolonie wäre, aber wenn man bedenkt, dass Japan von hier nur etwa 3 Flugstunden entfernt ist, ist es ja auch kein Wunder. Ich komme zu einem Einkaufzentrum an der Ecke, wo eine ganze Eckwand, die sich über einige Stockwerke hoch erstreckt, ein Aquarium ist. Zwischen den Fischen schwimmt sogar ein Taucher, der sie füttert, was hier natürlich die ganzen Massen anzieht.

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An der Ecke steht eine Frau und verteilt irgendwelche Prospekte, an jeden, der vorbeigeht. Als ich vorbeigehe, gibt sie mir jedoch nichts. Das wundert mich schon. Als in nach einer Weile zurückgehe, steht sie noch immer da und verteilt die Prospekte an alle vorbeigehende. Ich gehe wieder vorbei und sie gibt mir wieder nichts. Das wundert mich wieder und so stelle ich mich ein paar Meter weiter und beobachte sie. Es geht wieder eine Gruppe vorbei und wieder kriegen alle Prospekte. Dann auf einmal kommt ein Mann und siehe da, der kriegt auch gar nichts! Und im dem Moment klingelt es bei mir und ich komme der Sache auf den Grund. Der Mann war auch kein Japaner sowie ich und die Prospekte, die die Frau verteilt hat, waren in Japanisch! So einfach war das. Am Rückweg entdecke ich noch ganz in der Nähe des Hotels ein kleines nettes asiatisches Lokal. Als ich zurückkomme, gelingt es mir noch, meinen Mann zu einem Abendessen dort zu überreden (ist ja nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite) also sammelt er die letzten Kräfte und wir gehen noch essen.

Am nächsten Tag steht große Sightseeing-Tour auf dem Programm. Mit ersten Sonnenstrahlen stehen wir schon auf "unserem" Robinson-Strand, den wir gestern entdeckt haben. Es ist zwar erst so gegen 6 Uhr in aller Früh, aber zu meiner Verwunderung sind die Surfer auch schon da. Die Sonne springt hoch und wir fahren weiter in Richtung Norden, zum sichelförmigen Hanauma Bay.

Es ist einer der schönsten Strände Oahus und um diese Zeit noch menschenleer, also ideal um hier jetzt Fotos zu schießen. Auf einer Bank hoch auf der Klippe machen wir einen Frühstück-Picknick, dann ziehe ich mich um, es wird ja immer wärmer und während mein Mann (immer noch) Fotos macht, setze ich mich auf eine Bank und genieße meinen Frozen-Joghurt. Auf die Bank daneben setzen sich drei Parkwächter (Hanauma Bay ist nämlich ein Naturpark) und versuchen, mich in ein Gespräch einzubeziehen.

Ich antworte nur kurz, da ich mir in aller Früh (und das auch noch bevor ich den Kaffee getrunken habe), meine graue Zellen mit dem Englisch nicht allzu überanstrengen will. Etwa: ja es gefällt mir hier sehr, ja es ist so wundervoll hier, ja ich bin nicht von hier, ja ich war noch nie auf Hawaii und ja, der Joghurt schmeckt auch himmlisch gut! Geschafft. Als ich aufstehe, verabschieden sich alle drei sehr herzlich, alle winken mir, als ob es alte Bekannte wären. Mit der Zeit merke ich, Hawaiianer sind von Natur aus so freundlich. Da mein Mann jetzt auch schon mit den Aufnahmen fertig ist, düsen wir weiter.

Die Küste ist felsig und die Wellen hoch, ab und zu erreichen ein Paar Spritzer sogar die Straße. Es ist einfach einmalig wildromantisch. Ab und zu sieht man einen einsamen Fischer, der seine Angel schwingt, um sie möglichst weit Weg ins Wasser abzuwerfen. Ob man bei so starker Brandung gut fischen kann? Das Wasser ist tiefst blau, nur die geschäumten Wellenspitzen leuchten schneeweiß, wenn die gewaltigen Wellen mit großer Geschwindigkeit die Küste anrollen, um dann an den zerklüfteten Felsen ohrenbetäubend laut zu brechen und in Tausenden von Tropfen auseinander zu fallen. Es ist gewaltig. Unten entdecken wir sogar einen Meeresgeysir, der Karte nach heißt er Halona-Geysir. Dieses Naturschauspiel gefällt mir. Ungeduldig warte ich auf nächste und nächste und wieder nächste Welle, die den Geysir in die Höhe schießen lässt.


 

Unseren nächsten Halt machen wir am Sandy Beach, hübschem Strand mit heftigen Wellen und ein Paar Surfern. Wir machen Rast im Schatten einer kleinen Palme und dann geht's weiter zum Kalua Beach. Einfach sagenhaft! Es ist der breiteste Strand, den ich auf Hawaii gesehen habe, puderzuckerweiß und menschenleer und das türkis-blaue Wasser lockt unwiderstehlich zum Baden. Paradies hoch zwei.

Für mich unverstehlich, dass alle Touristen lieber an überfülltem Waikiki-Baech bleiben und das war´s schon vom Hawaii-Urlaub, wobei wir gerade so gut wie eine Autostunde weit entfernt sind und all diese Traumstrände hier absolut leer sind! Als wir nach Lanikai kommen, suchen wir eine besondere Stelle in den Hügeln, von dort sieht man die beiden Lanikai-Inseln von oben sehr gut. Sollte man, weil wir diese Aussicht gar nicht finden können. Übrigens, die Autofahrerei auf Hawaii ist auch so eine Sache. Kaum etwas ist hier beschildert und Sie fahren irgendwo und falls Sie keine gute (und ich meine hier wirklich eine gute!) Karte mit sich haben, sind Sie vollkommen orientierungslos. Vielleicht halten es die Hawaiianer für überflüssig, die Gegend zu beschildern, es kommen so gut wie keine Touristen hier und die Einheimischen wissen doch gut, wo was ist. Na also, wozu noch die Schilder. Die Hügel von Lanikai erinnern mich auf die Hügel von Hollywood, eigentlich die ganze hügelige Gegend hier. Ich steige kurz aus, um mich umzusehen.

Die Luft ist glühend heiß und voller Duft der exotischen Sträucher und Bäume, die hier überall prächtig gedeihen. Und die architektonisch extravagante Häuser sind auch nicht ohne. Ich sage ja, klein Hollywood sollte es sich hier nennen. Mit dem kleinen Unterschied, das hier ganz bestimmt keine Paparazzis lauern, auf der Jagd nach den Promi-Schnappschüssen. Die Bewohner hier haben wunderschöne Briefkästen, sehr schön mit hawaiianischen Motiven bemalt. Und jeder Briefkasten ist ein Unikat, keiner ähnelt dem anderen. So eine Gegend inspiriert einfach.

Wir fahren weiter und beim Chinaman´s Hat machen wir jetzt eine längere Pause. Chinaman´s Hat ist eine Insel, die vor diesem Strand vorgelagert liegt und eine Form eines Chinesischen Huts hat, von daher kommt der Name. Es gibt hier einen wunderschönen Beach-Park mit einem saftig grünem Rasen und tollen Picknick-Plätzen. Da treffen wir schon auf ein Paar Touristen, es ist aber trotzdem angenehm leer.

Als wir uns in den Wellen ausgetobt haben, geht es weiter zum Byodo-Inn Temple, das im malerischen Valley of the Temples liegt. Es ist ein Nachbau eines 900 Jahre alten japanischen buddhistischen Tempels, in einem Tal am Steilhang der hohen Koolau Range Bergen. Als wir dort ankommen, ist es irgendwie leicht neblig und die Atmosphäre ist gerade zu mystisch. Die ganze Insel badet sich nämlich in strahlendem Sonnenschein und hier bilden sich an der Spitze dieses hohen Berges ununterbrochen die Wolken, sodaß dieser Platz hier fast immer in Wolken und Nebel umhüllt liegt.

 

Deshalb wirkt es so mystisch, umgeben vom Regenwald. Man hat hier ein Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, irgendwo weit weg in fernem Asien. Über die halbrunde Brücke kommen wir zum Tempel, vor dem ein großer Teich liegt, übervoll mit großen gold- und orangenfarbenen Koi-Fischen. In Asien symbolisieren sie das Leben. Ein Pärchen der schwarzen Schwäne schwimmt uns entgegen. Was die symbolisieren, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall passen sie in die geheimnisvolle Atmosphäre hier perfekt. Neben dem Tempeleingang hängt ein riesiger Gong. Jemand schlägt gerade kraftvoll drauf und sein Schall prallt von den steilen Felswänden wie ein Echo zurück. Wer in den Tempel hinein will, muß seine Schuhe hier ausziehen. Im Tempel drinnen steht eine überdimensionale goldfarbene Buddha-Statue, rundherum geschmückt mit Blumen und Räucherstäbchen.

Nach der Besichtigung haben wir schon richtig großen Hunger, aber null Ahnung, wo wir hier in dieser Gegend etwas essen könnten. Wir sind richtig glücklich, als wir kurz darauf an einem Einkaufzentrum vorbeifahren. Wir halten auf dem großen Parkplatz und ich bemerke ein seltsames zischendes Geräusch. Nach kurzem hin- und herhören steht fest, wir haben eine Reifenpanne. Das heißt jetzt Reifen wechseln. Aber danach kommen wir doch noch zu unserem Essen, es gibt einen Food-Court hier mit verschiedenen Lokalen. Wir essen meine Lieblingsspeise Orange-Chicken. Davon könnte ich Unmengen essen. Die Chinesen hier servieren dazu immer Glückskekse. Zur Info, äußerlich ist das ein ganz normaler Keks, aber wenn Sie reinbeißen, ist ein Stückchen Papier drinnen, ein kleines Zettelchen, mit einer Botschaft. Ich erinnere mich lachend, als ich das erste Mal ein Glückskeks gegessen habe. Als ich in den Keks gebissen habe, hatte ich auf einmal Papier zwischen den Zähnen und dachte: "Was soll das hier?" Auf dem Zettel stand: "Jemand beobachtet dich", das war richtig unheimlich. Jetzt muß ich immer gut lachen, wenn ich mich daran erinnere.

Ich schaue noch schnell in die Buchhandlung "Waldenbooks" vorbei, ich liebe nämlich englische Bücher. Normaleweiße sind "Borders" oder "Barney und Nobels" meine Favoriten, jetzt bin ich aber froh, dass ich den Waldenbooks entdeckt habe. Nach dem guten Essen fahren wir weiter in Richtung Waimea, die an der Nordspitze der Insel liegt. Im Winter ein toller Surfer-Revier, mit aufregendsten Pipelines von der ganzen Insel. Jetzt im Sommer mit soften Wellen nur für ein ungefährliches Badevergnügen gut. Die Kinder können Sie getrost auch mitnehmen. Waimea-Bay ist ein belebter Strand, vor dem ein hoher Felsen im Wasser trönt und wartet geradezu darauf, erklimmt zu werden. Von oben kann man sich nämlich herrlich schreiend in die Wellen stürzen. Die Schlange der Sprungfreudigen ist beachtlich und verlockt zum Nachmachen.

Wir fahren jedoch zuerst zu Waimea-Garden, einer großen tropischen Gartenanlage, voll mit exotischen Pflanzen, denn die Öffnungszeiten auf Hawaii ähneln etwa den Öffnungszeiten eines Kindergartens. So kann es leicht passieren, daß Sie um 17,00 Uhr irgendwo eintreffen und es kommt Ihnen nur Pförtner mit dem Schlüssel entgegen, der gerade den Tor zusperrt. Und Feierabend. Der Park ist recht hübsch angelegt (und vor allem noch geöffnet). Ein kleiner Zug bringt uns zu dem entferntesten Teil der Anlage, wo eine Tauchshow am Programm steht. Der Fahrer macht unterwegs ein paar Stopps und erklärt uns, wo welche tropische Pflanzen wachsen. Die Palette reicht vom Kaffee über Muskatnüsse und Ingwer. Es werden hier auch hawaiianische Tänze vorgeführt und dann springen einige Taucher von einem hohen Fels in den kleinen See.

Die Strecke zurück legen wir teils zu Fuß, wir wollen uns diese Pflanzen hier näher anschauen. Neben Kaffee wachsen hier auch Bananenstauden und ich glaube, einfach alles, was sie sich überhaupt vorstellen können. Am Eingang gibt es eine kleine Eisdiele, hier koste ich zum ersten Mal einen echten hawaiianischen "Shaved-Ice". Dann landen wir am Waimea Beach. Ich mache es mir am Strandtuch bequem, mein Mann steht bereits schon oben auf dem Fels. Nein, nicht zum Springen, sondern um die Fotos von dort zu schießen, versteht sich. Neben mir bauen zwei kleine Mädchen ein großes Sandburg. Zurück nach Honolulu nehmen wir eine Straße durch das Inselinnere, die Quer durch die riesigen Ananasplantagen von "Dole" und "Del Monte" führt. Tausende von Ananasen wachsen hier in der roten Erde, weit und breit nur Ananas, soweit das Auge sehen kann. Wundert mich nur, dass hier trotzdem Ananas so teuer ist, in einem normalen Supermarkt, kostet es 5 Dollar. Der Vogel wird aber am Flughafen abgeschossen, dort kostet eine Ananas in Geschenkverpackung glatte 20 Dollar!

Im Dole-Pavillon, kann man hier auch einen geführten Rundgang machen, da es aber (für die hawaiianische Verhältnisse) bereits ziemlich spät ist, ist es schon geschlossen. Macht doch überhaupt gar nichts, wir haben heute so viel Wunderbares gesehen. Wir kommen nach Honolulu noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Wir haben uns dafür ein besonderes Plätzchen ausgesucht, die Tantalus Drive, unweit des Punchbowl-Kraters, von dort oben sieht man ganz Honolulu wie auf der Handfläche. Als wir dort ankommen, stehen bereits einige weiße Limousinen dort! Es war also ein guter Tipp! Alle wichtigen VIP-Gäste sind schon da. Der große Spektakel kann beginnen. In ein Paar Minuten ist es soweit, der Himmel über Honolulu färbt sich fast blutrot, die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich in den Glasfassaden der Hochhäuser.

Honolulu hat einfach unglaubliche Lage. Eine supermoderne Großstadt mitten in Paradies, mit kilometerlangen Stränden vor der Haustür, und kaum eine Autostunde entfernt, menschenleere Strände und unberührte Natur. Wirklich faszinierende Kombination. Nachdem es schon bereits dunkel ist, beenden die japanischen VIP-Gäste ihre Fotosession. Alle haben die modernsten Digitalkameras mit ausgeklapptem Bildschirm vor sich und es flimmern nur kleine weiße Lichterchen der Displays in der Dunkelheit. Dann steigen sie wieder in die Limousinen und düsen weiter. Eine merke ich mir besonders, sie hat den Wunschkennzeichen KEL 5. Wir fahren nachher noch ins Ala Moana, das größte Einkaufzentrum in Honolulu, es gibt hier viele exklusive Geschäfte und viele Restaurants, also haben wir die Qual der Wahl. Wir entscheiden uns für die hawaiianische Küche und gönnen uns einen Curry-Beef. Es schmeckt köstlich. Auf dem Weg zum Parkplatz entdecken wir "Orange-Julius", einen Stand, wo es verschiedene Cocktails gibt. Wir kaufen uns hier zwei große Pina Coladas, die sind absolut lecker. Und das ist der Augenblick gewesen, wo wir diesem Getränk absolut verfallen sind, wir kommen nämlich gleich nochmals und kaufen noch zwei Pina Coladas und es geht uns den ganzen Urlaub so, wo auch immer wir "Orange Julius" entdecken, schlürfen wir an den leckeren Pina Coladas. Ich kann das gar nicht mehr zählen, wie viele wir getrunken haben und zwar bei jeder Gelegenheit.

Jetzt gehen wir Kräfte sammeln für den morgigen "Aufstieg". Wir haben uns nämlich vorgenommen, den "Diamond Head"-Krater zu besteigen. Ich weiß, dass es eine mörderische Strecke ist, ich hab ja einige Reiseberichte über den Aufstieg gelesen, aber wir bleiben dabei. Es wird in aller Früh

stattfinden, das ist die einzige Zeit, wo noch die erträgliche Temperatur herrscht, um diesen Aufstieg zu absolvieren. Nach dem Frühstück und meinem Frappuccino moccha stehen wir startbereit am Fuße des Diamond Heads, ausgerüstet mit Fotokameras, kleinem Snack, Trinkflasche und einer Taschenlampe. Die Taschenlampe ist erforderlich, da die Strecke weiter oben über zwei unbeleuchtete Tunnels führt. Wir haben uns gestern clever ein flexibles Taschenlämpchen gekauft, wie ein Stirnband, das man am Kopf bequem an der Kappe befestigen kann, so daß man dann beide Hände frei hat. Unten gibt es noch Möglichkeit, bei einem kleinen Stand die Taschenlampen zu kaufen, sollte es jemand vergessen haben. Als die Verkäuferin unsere Kopfbeleuchtung sieht, ruft sie begeistert: "A very good idea!". Der erste Teil der Strecke ist wie ein anspruschsvollerer


 

Spaziergang, der mittlere Teil schon etwas mehr steigend. Ich liebe solche Touren in aller Früh, wenn man noch voll Energie ist, das tut so gut. Meine Beine tragen mich wie von selber. Dann kommen die Tunnels (die Strecke durch den dunklen Tunnel ist richtig abenteuerlich) und die große Steigerung. Jetzt kommen wir viel langsamer voran, ich muß alle paar Meter Pause machen. Knapp vor dem Gipfel kann ich schon fast nicht mehr, die Kräfte sind einfach aus. Jetzt muß ich einen kräftigen Schluck trinken und mich ausziehen. Nach etwa 10 Minuten geht es wieder. Ich mobilisiere die letzten Kräfte und es geht los. Etwa in 10 Minuten bin ich schon ganz oben auf der Aussichtsplattform. Mein Herz schlägt wie verrückt und bin vollkommen außer Atem. Aber die Aussicht ist herrlich. Von hier sieht man Honolulu noch besser als von Tantalus Drive, weil es viel näher ist. Es liegt buchstäblich wie auf der Handfläche ausgebreitet. Und direkt unter uns liegt der Leuchturm, von dem ein bequemer Fußweg direkt zum unserem Traumstrand führt.

Die großen Wellen rollen an die Küste Honolulus und in der Weite am Horizont fährt ein großes Frachtschiff. Als es näher kommt, merke ich, dass es ein Hanjin-Frächter ist, voll beladen mit Hunderten von Container. Genau so einen habe ich vor ein Paar Tagen in San Francisco gesehen, er ist gerade weg von San Francisco Richtung Pazifik losgefahren. Ob das wohl der selbe Schiff ist? Der Weg nach unten gleicht einem erholsamen Spaziergang, im Vergleich mit der Anstrengung auf dem Weg nach oben. Es ist erst kurz vor 10,00 Uhr als wir zu unserem Auto kommen.

Wir entschließen uns daher, uns noch die Hula-Show anzuschauen, die unweit des Kraters stattfindet. Genauer gesagt, stattfinden soll. Wir laufen nämlich wie Hühner herum, zusammen mit noch ein Paar anderen Touristen, die ebenfalls zu Hula-Show wollen, doch wir finden es nicht. Schließlich entdecken wir eine kleine Tafel, auf der steht, dass Hula-Show "canceled" ist. So fahren wir weiter zu Aloha-Tower. Wir beschließen heute im Stadtgebiet zu bleiben und uns auch die Stadt anzuschauen und anschließend geht es zu Waikiki, dem berühmtesten Strand Pazifikseits, bevor wir morgen weiter in Richtung Big Island abheben. Zu unserem Glück fängt bei Aloha-Tower auch eine Hula-Show!


 
 

Da es schon Mittagszeit ist und wir in der Stadt, fahren wir zu Ala Moana Einkaufszentrum, dort gibt es Food-Court mit verschiedenen Restaurants. Wir essen einen im Bananenblatt eingewickelten gedämpften Fisch mit Reis auf hawaiianische Art. Es schmeckt lecker. Wir machen noch den obligatorischen Stopp bei "Orange Julius" und bestellen uns wie üblich Pina Coladas nach dem Essen. Dann kaufen wir noch welche Postkarten, ich schaue noch schnell bei Sephora vorbei und dann fahren wir noch zum Punchbowl-Krater. Den wollte ich mir unbedingt am Tag anschauen. Es ist ein Krater, inzwischen schon mit grüner Vegetation bewachsen und inmitten des Kraters ist ein Soldaten-Friedhof. Es ist wirklich faszinierend. Und dazu hat man noch von oben eine herrliche Aussicht auf Honolulu. Anschließend geht´s zum Strand. Ich habe mir den Duke Kahanamoku Beach ausgesucht, der gleich am Anfang von Waikiki liegt. Es ist ein ziemlich belebter und frequentierter Strand, ziemlich viel los hier. Wir machen kurz bei "Waikiki Hilton Village" einige Aufnahmen, es gibt hier sogar hauseigene Lagune. Uns fasziniert seine Seitenwand mit bunter Mosaik.

Im Garten wird gerade großer Hochzeitsfest vorbereitet, hunderte von Tischen sind hier aufgestellt und geschmacksvoll dekoriert, die Köche machen die letzten Schliffe auf dem reichhaltigen Buffet. Überall duftet es lecker, es ist so traumhaft hier. Rundherum wachsen die Frangipani-Bäume, die hier auf Hawaii "Plumeria" genannt werden. Ich möchte mir so gerne eine Blume in die Haare stecken, aber die sind zu hoch und ich kann keine pflücken. Auf einmal wie auf Wunsch, fliegt mir eine direkt von dem Baum zu. Die stecke ich gleich in die Haare. Dann spazieren wir noch ein Stückchen auf dem Waikiki-Walk bis zu dem pinkfarbenen "Royal Hawaiian Hotel", eigentlich dem ersten Hotel überhaupt, das auf Hawaii gebaut wurde. Es ist überall übervoll und irgendwie baden möchte ich hier auch nicht so recht. Also fahren wir bis zum anderen Ende von Waikiki und steigen bei Kapiolani-Park aus. Hier fängt die Sans-Souci Recreation Area mit einem hübschen Beach-Park. Ja! Genau so habe ich mir das vorgestellt. Es ist viel ruhiger hier und gar nicht überlaufen. Ich breite mein Badetuch auf heißem Sand auf und beobachte die Surfer vor Waikiki. Wer hätte das denn gesagt, daß es auch hier in der Stadt so richtig surftaugliche Wellen gibt! Doch doch. Surfen in der City. Ab und zu fahren auf dem Walk Rollerblader vorbei. Hier kann man absolut ungestört baden. Ich lege mich auf den Rücken ins Wasser und lasse mich von den Wellen sanft schaukeln. Herrlich! Irgendwie kann ich gar nicht aus dem Wasser rauskommen. Und dafür muß ich bald büßen. Auf den Innenarmen habe ich einen Sonnenstich im Wasser bekommen und dann anschließend Sonnenallergie. Es juckt dann wie verrückt und mit unbedeckten Armen kann ich erst überhaupt nicht raus. Also gehe ich im Badetuch eingewickelt, wie eine Mumie. Zum Sonnenuntergang finden wir uns wieder auf der Tantalus-Drive, dem magischen Ort, wo die Sonnenuntergänge am schönsten sind. Die Limousinen sind auch schon da, der KEL 5 ist heute wieder dabei. Wir stellen die Stativen auf und KEL 5 erklärt seinen Gästen, was für ein wunderbarer Platz es hier ist, hier kommen auch die Fotografen und macht anschließend ein Wink in unsere Richtung. Ja, ja. Dann kommt er zu uns, beobachtet eine Weile unsere Ausrüstung und dann fängt er ein Gespräch mit uns, während seine Gäste ungestört ihre Digitalkameras im Miniformat ausklappen, so daß man nur das Flimmern der winzigen Displays in der Dunkelheit sieht. Sie sind so vertieft, dass sie die kurze Abwesenheit von KEL 5 erst gar nicht bemerken. Es sind alles gut situierte Japaner. Als die Sonne endgültig unter ist, fahren wir zum Abendessen ins Ala Moana und anschließend, sie wissen ja schon, ohne Pina Colada´s geht´s gar nicht. Dann fahren wir ins Hotel und gehen dann zu Fuß den ganzen Abend spazieren, wir wohnen ja direkt im Zentrum. Es ist sehr belebt am Abend, überall Horden von Japaner, sie scheinen nur in Honolulu zu verkehren, wobei, hallo, am Strand habe ich doch überhaupt keine Japaner gesehen! Das heißt, sie verbringen die ganze Zeit in der Stadt, womöglich mit dem Shoppen. Na klar! Wenn man so viel Geld zum Ausgeben hat, muß man das anscheinend ununterbrochen tun. Das ist unser letzter Abend in Honolulu, morgen geht´s weiter nach Big Island!

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